Product Information Management – jenseits von COVID

Die räumliche Verteilung von Mitarbeitern und schrumpfende Budgets sind Themen, die nicht so schnell verschwinden werden. Technologien, wie das Produktinformations Management könnten eine Lösung sein.

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Lucy Campbell-Woodward30. November 2020
  • Product Information Management
  • Digital Marketing

Trotz einer zweiten Welle und möglicherweise sogar einer dritten Welle in der Zukunft, gibt es Hoffnung am Horizont. Wir werden sicher keine Rückkehr mehr zur Normalität von vor der Krise erleben, aber während aufgrund von COVID grundlegende Veränderungen in der Art und Weise, wie wir arbeiten, produzieren und konsumieren, stattgefunden haben, werden kleine und große Unternehmen agiler und offener für Veränderungen sein als je zuvor – und das müssen sie auch.

Die Technologie wird im Mittelpunkt stehen, um diese Veränderungen zu ermöglichen, und in vielerlei Hinsicht werden Lösungen wie Product Information Management (PIM) nicht nur für den künftigen kommerziellen Erfolg vieler Marken von zentraler Bedeutung sein, sondern auch für ihr Überleben in Krisenzeiten selbst.

Herausforderungen – die räumliche Verteilung von Mitarbeitern und der Bereich Digitalisierung

Eine kürzlich von McKinsey durchgeführte Studie deutet darauf hin, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis die mobile Arbeit, wenn überhaupt, wieder auf das Niveau von vor der Krise zurückkehrt. In der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche stieg der Anteil der Beschäftigten, die remote arbeiten, um 75 Prozentpunkte auf 84%, und selbst im verarbeitenden Gewerbe war ein deutlicher Anstieg um 59 Prozentpunkte auf 61% zu verzeichnen.

Als die Lockdowns begannen, war der Ansturm auf den elektronische Handel fast allgegenwärtig. Jetzt, da die klassischen Geschäfte wieder geöffnet haben, kehren die Kunden nicht mehr in der gleichen Anzahl oder aus den gleichen Einkaufsgründen zurück. Es ist klar, dass für viele, wenn nicht sogar für die meisten, der elektronische Handel in Zukunft eine viel größere Rolle spielen wird.

Das letzte Element der Post-COVID-Verschiebung wird wirtschaftlicher Natur sein. Für viele Unternehmen, insbesondere im Reise- und Gastgewerbe, hat die Pandemie tiefgreifende Auswirkungen auf die Finanzen. Für diejenigen, die es geschafft haben, den Sturm zu überstehen, werden alle Effizienzsteigerungen, die ohne Qualitätseinbußen möglich sind, willkommen sein.

Angesichts dezentralisierter Belegschaften und Verbraucher, die einen weitaus größeren Zugang zu ihren Lieblingsmarken über alle Kanäle fordern, wird die Konzentration auf E-Commerce und effiziente, effektive Product Information Management-Funktionen (PIM) wichtiger denn je.

Trotzen Sie dem Sturm

Außerhalb des COVID-Kontexts helfen Product Information Management-Lösungen (PIM) den Unternehmen zunehmend dabei, reaktionsfähigere, agilere und effizientere Geschäftsbereiche zu schaffen. Eine PIM-Lösung zentralisiert all Ihre Produktdaten, von der Spezifikation über den Preis und Kundendienstinformationen bis hin zu SKUs, und fungiert als eine einzige „Single Source of Truth“ für solche Daten. Mitarbeiter können schnell und einfach diejenigen Produktinformationen finden, die sie benötigen, zusammen mit anderen, damit verbundenen Inhalten oder Assets, und an einem Ort zusammenarbeiten, um sie für die Lieferung an ihre Kunden vorzubereiten. Im Ergebnis schafft das ideale PIM einen effizienten internen Workflow, wobei Automatisierung und Transparenz den Abteilungen Zeit und Geld spart.

Das wesentliche Ergebnis hier? Die Budgets können weiterlaufen und die Mitarbeiter können sich auf andere komplexere, wichtigere Aufgaben konzentrieren – wie zum Beispiel die Stabilisierung anderer kriselnder Unternehmensbereiche oder die Verbesserung der Produktivität eines anderen Bereichs, zum Beispiel des Kundendienstes.

Bringen Sie das Ganze in einen Kontext

Lassen Sie uns dies in die Praxis umsetzen. Für Hersteller und Einzelhändler von verpackten Konsumgütern, Möbeln oder Bekleidung zum Beispiel ermöglicht ein integriertes PIM-System, ein wesentlich reaktionsfähigeres Kundenerlebnis zu entwickeln, indem es Produktinformationen und -verfügbarkeiten in Echtzeit anzeigt, Produktdetails mit Rich Media aufwertet und über jeden Kanal jederzeit genaue Informationen bereithält. Die Auswirkungen der Reduzierung von Informationsfehlern und der Möglichkeit, Produktlinien schnell umzustellen, um auf Kundenwünsche zu reagieren, können enorm sein. Eine PIM-Lösung brachte einer US-amerikanischen Einzelhandelskette durch die Wiederverwendung von Assets Einsparungen in Höhe von jährlich 275.000 US-Dollar ein, während ein Schweizer Lebensmittelhändler dank PIM-gesteuerter Effizienz eine Reduzierung bei den Agenturkosten um 15% erzielte.

Natürlich sind Ergebnisse wie diese für das Wachstum eines Unternehmens unerlässlich, aber in Zeiten wie diesen können sie überlebenswichtig sein.

COVID hat auch die Art und Weise verändert, wie Verbraucher einkaufen, denn sie ersetzen nicht einfach nur einen Kanal durch einen anderen. Trotz des Pessimismus, der den klassischen Einzelhandel prägt, macht der elektronische Handel in Wirklichkeit immer noch nur einen Bruchteil des gesamten Einzelhandels aus. Das liegt in erster Linie daran, dass das Internet ein Kanal ist, über den die Menschen kaufen, aber klassische Geschäfte der Kanal sind, über den sie ‚shoppen‘. Shoppen ist eine Entdeckungsreise. Es ist eine Erfahrung. Die Verbraucher wollen Produkte in die Hand nehmen und fühlen, sie vergleichen, sie im Lifestyle-Setting, im Kontext mit anderen Artikeln anderer Marken schätzen. Bislang war dies die exklusive Aufgabe des klassischen Einzelhändlers. Aber ohne Zugang zum Instore-Erlebnis haben sich die Marken mit der Frage beschäftigt, wie sie diese Entdeckungsreise online nachstellen können.

PIM für Content-Volumen und Genauigkeit

Das bedeutet noch viel mehr Produktinformation über bloße Spezifikationen hinaus. Es bedeutet die Integration von Rich Media – Lifestyle-Fotografie, kuratierte Sammlungen, Videos und nutzergenerierte Inhalte. Es bedeutet Links über die eigenen Medien hinaus, zu sozialen Netzwerken und anderen Herausgebern, und es bedeutet, Wege zu finden, diese Inhalte aufzunehmen. Produktinformationen sind in einer Post-COVID-Welt so notwendig und komplex wie niemals zuvor.

Mit einem PIM können Benutzer große Informationsmengen schnell und effektiv verwalten. Es ermöglichte Kwikee, einem großen Komplettanbieter von Content Management-Lösungen, neun Millionen Dateien zu 420.000 Produkten zu verwalten und half einer deutschen Supermarktkette, die Effizienz bei der Produktion von Marketingmaterial um 75% zu steigern.

Über die Kundenerfahrung hinaus können PIM-Lösungen in stark regulierten Branchen wie der pharmazeutischen und veterinärmedizinischen Branche eine äußerst transparente und nachvollziehbare Lieferkette ermöglichen. Sie tragen dazu bei, einen automatisierten Vorrat an Informationen zu schaffen, der den Bedürfnissen von Patienten und Ärzten gerecht wird und die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen in den verschiedenen Regionen gewährleistet. Der Wert einer effizienten Lieferkette im Gesundheitswesen, wo genaue Berichte, Rückrufe, Diagnosen und Verschreibungen auf einem zentralisierten PIM basieren, darf nicht unterschätzt werden. Ebenso kann ein PIM-System solchen Branchen helfen, die sehr strengen regulatorischen Anforderungen, die an sie gestellt werden, zu meistern und sogar trotz dieser Anforderungen zu florieren – nehmen Sie zum Beispiel URSAPHARM, ein deutsches Pharmaunternehmen, das sein Marketing dank einer kürzlich erfolgten PIM-Implementierung sogar „enorm aufgepeppt“ hat.

Unternehmenseffizienz - Die ultimative Versicherungspolice

Wenn man irgendetwas aus der Krise mitnehmen kann, dann, dass die Erfahrung mit der COVID-Pandemie den Digitalisierungsansatz vieler Unternehmen beschleunigt, sowohl extern bei ihren Kunden als auch intern. Für andere hat sie gezeigt, wo technologische Lösungen fehlten und was transformative Lösungen wie PIM bringen könnten.

Die gute Nachricht ist zwar, dass wir Fortschritte machen, um COVID hinter uns zu lassen, aber es war so etwas wie ein Weckruf. Dies ist nicht die erste globale Krise, und es wird auch nicht die letzte sein. Es kann und sollte aber eine wesentliche Lektion für Unternehmen auf der ganzen Welt sein, dass Unternehmenseffizienz nicht nur ein Wettbewerbsvorteil ist, sondern eine Vorsichtsmaßnahme und ein Bereitsein, was der Schlüssel zum Überleben sein könnte.

Dieser Artikel wurde zuerst aufThe Drumveröffentlicht.

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Lucy Campbell-Woodward
Lucy ist Digital Marketing Managerin und Blog-Autorin bei censhare. In München zuhause, spielt Lucy eine zentrale Rolle im Corporate Marketing Team, immer mit Blick darauf, die Content-Maschinen am Laufen zu halten. Was ihr Lebenslauf allerdings nicht verrät, ist ihr beeindruckendes Wissen über bayerisches Bier. Prost!

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