Digital Asset Management im Jahr 2020: Trends, KI und Möglichkeiten

Der Beginn eines neuen Jahrzehnts ist immer aufregend, besonders, weil wir anfangen, die transformativen Auswirkungen von Technologie auf Unternehmen zu sehen. Heute konzentrieren wir uns auf die DAM-Landschaft.

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Morag Cuddeford-Jones11. Februar 2020
  • Digital Asset Management
  • Content Management

Nachdem wir die Tür für ein ganzes Jahrzehnt geschlossen haben, ist es an der Zeit, nach vorne zu schauen und zu sehen, was die Zukunft bringt. Der Beginn eines neuen Jahrzehnts ist immer aufregend und inspirierend, aber jetzt sehen wir mehr denn je den tatsächlichen Einfluss, den die Technologie hat, sowie ihre transformierenden Auswirkungen auf Unternehmen.

Das Tempo des technologischen Wandels ist so hoch, dass der Beginn jedes neuen Jahrzehnts kaum von dem des vorangegangenen zu unterscheiden ist. Zur Jahreswende 2010 waren Binge Watching auf Netflix und Snapchat-Filter nur ein Schimmer in den Augen ihrer Entwickler, und „Alexa“ war nur ein mäßig ungewöhnlicher Mädchenname. Wenn wir also in die stürmischen 20er Jahre gehen, wer weiß, worauf wir in 10 Jahren zurückblicken werden?

Für die nahe Zukunft können wir jedoch einige fundierte Vorhersagen darüber treffen, wie sich die Welt des Digital Asset Management (DAM) entwickeln wird. Und es ist nicht nur die technologische Entwicklung, die die neuesten Trends vorantreiben wird, sondern es ist zu erwarten, dass sich Organisationsstrukturen, die Anforderungen an die Einhaltung von Datenschutzbestimmungen und auch Marketing-Innovationen erheblich verändern werden. Hier sind unsere sieben Top-Prognosen für das nächste Jahr und darüber hinaus.

  1. Content HubsDie Zentralisierung von Informationen und Assets wird sich für Unternehmen als entscheidend erweisen, wenn sie Automatisierung, Agilität und schnelles Arbeiten einführen wollen. Es bleibt keine Zeit mehr für Daten, die in einem Unternehmen verstreut, doppelt vorhanden und teuer sind, und die von Minute zu Minute an Genauigkeit und Relevanz verlieren.

    Da einige Branchenanalysten endlich damit beginnen, „Omnichannel“ als eigenen Lösungstyp aufzunehmen, sieht es für den DAM-Anwender allmählich viel ganzheitlicher aus. Durch die Zusammenführung von DAM mit dem Product Information Management (PIM), dem Content Management (CMS) und dazugehörigen Funktionen wie Marketingprojektplanung und Lokalisierungsmanagement, werden Content Hubs ein wichtiger Trend sein. Dieser kann es Unternehmen ermöglichen, Content-Marketingpläne zu entwickeln, auf aktuelle Assets zuzugreifen und Ressourcenbanken zu erstellen, die ihnen Zeit und Geld sparen. Hubs werden nicht nur eine größere Effizienz fördern, sondern es Unternehmen auch ermöglichen, reaktionsfähigere und kohärentere Content-Kampagnen zu entwickeln, die dazu beitragen, Kunden zu gewinnen und zu binden.
  2. Erweiterte InputsMit dem wachsenden Bedarf an ehrgeizigeren Marketingtechniken, wie z. B. KI-basierte Anwendungen, Chatbots, Spracherkennung und Mixed-Reality (MR)-Umgebungen, werden die Anforderungen an Daten- und Asset Management-Fähigkeiten von Unternehmen, insbesondere an Cloud-Anwendungen und die zugehörigen APIs, steigen. Ende 2019 brachte ASOS ‘See My Fit’, auf den Markt, ein AR-Tool, das zeigt, wie eines von 800 Kleidern für eine Reihe von Modellen mit einer Größe zwischen 32 und 46 passen wird.

    Es versteht sich von selbst, dass Marken einen automatisierten Zugang zu einer breiten Palette relevanter Vermögenswerte benötigen, damit solche Taktiken erfolgreich sein können. Tatsächlich sind einige bereits vorhanden und nutzen Content Management-Lösungen, die von KI und/oder ML- Technologien unterstützt werden, um die ständig wachsenden Mengen an Content effizient und kostengünstig zu verwalten.
  3. Verbundene ÖkosystemeWas die Softwarepakete angeht, so gibt es keinen Königsweg, der für jedes Unternehmen geeignet ist. Jedes hat seine eigenen, maßgeschneiderten Martech- und Workflow-Anforderungen. Um sicherzustellen, dass diese Systeme gut zusammenspielen, wird die Entwicklung vernetzter Ökosysteme eine weitere Top-Priorität für das Jahr 2020 sein. Zu wissen, welche Schritte zu welchen Anwendungen gehören, wo der Prozess abläuft und wo zusätzliches Fachwissen benötigt wird, all das wird auf der To-do-Liste stehen.
  4. DatenorchestrierungDaten sind sowohl das Lebenselixier eines Unternehmens als auch seine größte Herausforderung. Sie fließen in einer Vielzahl von Formen aus einer Vielzahl von Quellen mit unterschiedlicher Genauigkeit. Wenn Content Management eine Chance haben soll, das Beste aus Automatisierung und Agilität herauszuholen, müssen die Daten in einem Top-Zustand sein und den richtigen Personen zur richtigen Zeit sofort zur Verfügung stehen.
    Vor diesem Hintergrund ist es nicht überraschend, dass die Datenorchestrierung laut Dr. Theresa Regli, Expertin für die Bereiche DAM und Content, eine der fünf wichtigsten Prioritäten für Unternehmen im Jahr 2020 ist, da die Datenausrichtung nach wie vor eine der größten Herausforderungen darstellt. Sie tut genau das, was ihr Name sagt – sie ist wie ein unsichtbarer Leiter, der alle Stränge zusammenzieht und dafür sorgt, dass sie zusammenwirken und immer den richtigen Ton treffen. Mit einer Stammdatenstruktur ist es möglich, Daten aus Silos herauszubrechen, Informationen zu organisieren und zu priorisieren und sie mit ergänzenden Daten zu verknüpfen, um umfassendere, nützlichere Geschäftserkenntnisse zu gewinnen und eine 360-Grad-Sicht auf den Kunden zu erhalten.
    Entscheidend ist, dass dies alles in Echtzeit geschieht, damit die Nutzer dieser Daten im gesamten Unternehmen darauf vertrauen können, dass ihre Informationen die aktuellsten, genauesten und für ihre Bedürfnisse am besten geeigneten Informationen sind.
  5. DatenschutzEin wesentliches Element der Datenorchestrierung ist der Datenschutz. Da viele Abteilungen aus verschiedenen Gründen oft schnell auf Daten zugreifen müssen, ist das Risiko, immer komplexere Datenschutzgesetze zu verletzen, hoch. Systeme, die in der Lage sind, Daten automatisch nach vordefinierten Parametern zu kategorisieren und zu verteilen, z. B. um sicherzustellen, dass sie der DSGVO entsprechen, dass ihnen zugestimmt wurde oder dass sie regionalen Anforderungen entsprechen, werden sehr wichtig sein. Und die Datenschutzbestimmungen werden sich nur erweitern, da zum Beispiel 10 US-Bundesstaaten in naher Zukunft ihre eigenen Versionen einführen werden.
  6. Dynamisches Marketing und HyperpersonalisierungDaten in Echtzeit haben die Tür zur Personalisierung in Echtzeit geöffnet, und als Folge davon sehen Unternehmen das Potenzial eines dynamischen und hyperpersonalisierten Marketings. Adaptiver Web Content, der sich je nach demografischer Entwicklung oder je nach Verhalten des Kunden ändern kann, erhöht nachweislich die Interaktion – Toyota zum Beispiel hat die Nachfrage nach Testfahrten um 166% gesteigert, nachdem das Unternehmen personalisierten und adaptiven mobilen Web Content eingesetzt hat.
  7. ZusammenarbeitOrganisatorische Ökosysteme bestehen nicht nur aus Software und Maschinen. Zunehmend machen globale Belegschaften und eine wachsende Anzahl von Lieferanten und Partnern die Zusammenarbeit zu einem Top-Trend. Laut dem Global Digital Asset Management Market 2020-Bericht steigert die Möglichkeit, Zugang zum richtigen Asset zur richtigen Zeit und aus dem richtigen Grund zu ermöglichen, die Nachfrage von Unternehmen nach DAM-Lösungen und insbesondere nach Cloud-Lösungen.

Nachdem wir also untersucht haben, was das Jahr für digitalen Content und das Asset Management bringen könnte, ist es wohl eine Untertreibung zu sagen, dass DAM sowohl für seine Anbieter als auch für seine Nutzer eine Wachstumsbranche ist. Angesichts der oben genannten Trends dürfte DAM nicht nur ein wichtiger Teil des Tech Stack eines Unternehmens werden, sondern auch sein Herzstück.

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Morag Cuddeford-Jones
Morag ist seit über 20 Jahren Marketing-Journalistin, versucht sich aber immer noch einzureden, dass man Ihr das nicht ansieht. Sie kam zum Journalismus als sie nach einem kurzen Flirt mit der Musik-Industry eine leidenschaftliche Abneigung gegen alle Songs entwickelte, die nicht 1985 produziert worden sind.

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