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Neue Markenpolitik von Google: Die Erklärung

Google’s Bekanntgabe zum neuen Markenauftritt traf die Öffentlichkeit wie ein Schlag. Die drittwertvollste Marke weltweit soll künftig ein Zahnrad in einer viel größeren Maschinerie werden, die "Alphabet" genannt wird. Warum denn das?

Markenidentität

Im Marketing Magazine schwärmt Jim Prior in lyrischen Ausführungen über den Wert der Marke Google und lamentiert gleichzeitig darüber, dass der Name Alphabet im Vergleich dazu "die Besonderheit des Unternehmens, seine Ambitionen, seine langfristige Perspektive, seine Kompetenzen [oder] seine Größenordnung" nicht wirklich trifft. Was sich Herr Prior aber nicht klarmacht, ist die Tatsache, dass genau dieser Aspekt von entscheidender Bedeutung ist.

Google repräsentierte von Anfang an die enorm facettenreichen und manchmal unergründlichen Visionen seiner Gründer Larry Page und Sergey Brin. Alphabet dagegen ist der reine, simple Organisator, in dem jetzt dieses Bündel von Ideen ordentlich unterteilt wird. Genauso einfach wie das ABC. Kein Bedarf an EU-Kartellprozessen. Und selbst wenn sie existieren, kann die negative PR gezügelt werden. Google ist jetzt ein separates Tochterunternehmen.

Die Wall Street für sich gewinnen

Auch die Investoren haben Google’s "Geschichte" infrage gestellt und größere Transparenz gefordert – insbesondere hinsichtlich der Kosten für ambitionierte neue Geschäftsideen.

In der Alphabet-Logik "steht G für Google" und bleibt in den kompetenten Händen von Sundar Pichai. Andere, eher spekulative Unternehmungen werden unabhängig geführt, jeweils mit ihrem eigenen CEO, separat berichtend.

So dürfte es auch kein Zufall sein, dass Larry Page seinen Geschäftsansatz mit dem von Warren Buffet vergleicht, dessen Berkshire Hathaway-Konglomerat erfolgreich zahlreiche industrielle Werte und Beteiligungen miteinander kombiniert. Page ist davon überzeugt, dass er das Gleiche tun kann und möchte die Wall Street davon überzeugen.

Offensichtlich funktioniert der Plan bereits. Nach der Rebranding-Aktion legten die Google-Aktien um 7% zu. Und die Medien werden mit nur so von Analysten- und Investorenaussagen überschüttet, die die neue "transparente" Struktur loben.

Kreative Köpfe freisetzen

Unterdessen können sich Page und Brin wieder ganz frei ihren spekulativen Unterfangen zuwenden, ohne durch eine überintensive Medien- und Analystenaufmerksamkeit gestört zu werden – einen Vorteil, den sie nicht verschweigen.

In seinem Blogbeitrag zur Ankündigung des Rebranding wiederholte Page sein Gründungscredo: "Google ist kein konventionelles Unternehmen. Wir wollen auch keines werden." Und er ergänzt noch, dass "Sergey und ich ernsthaft damit beschäftigt sind, neue Dinge zu initiieren."

Verändert hat sich, dass Investoren jetzt sehen können, wieviel Geld für diese Unternehmungen ausgegeben wird und dass eine deutlichere Marktanbindung der erfolgreichen Projekte angestrebt wird. Und die Verbraucher sehen nicht mehr nur den einen Namen groß aufscheinen, sondern erkennen viele interessante Ideen, die von unabhängigen Technologieführern umgesetzt werden.

Gut gemacht, Alphabet.