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News

Beacons übernehmen 2016 das Ruder

Nach ihrem eher verhaltenen Start beginnt die Beacon-Technologie jetzt eine vielversprechende Entwicklung zu nehmen. Mit Hilfe von Bluetooth Low Energy (BLE)-Signalen kommunizieren Beacons mit mobilen Geräten in der Nähe, wenn bei diesen die entsprechenden markenspezifischen Apps aktiviert wurden.

Im Einzelhandel können Unternehmen auf diesem Weg situationsrelevante Mitteilungen und Gutscheine an Kunden verschicken, sobald sich diese bestimmten Produkte in den Regalen nähern. Einer der marktführenden Akteure in der Beacon-Technologie, inMarket, hat in Kooperation mit Unternehmen wie Macy’s oder American Eagle bereits an tausenden US-Standorten entsprechende Installationen vorbereitet – und die Verbraucher beißen an. Eine Umfrage von ComScore ermittelte für die neue Technik eine Reichweite von insgesamt 38 Millionen Nutzern monatlich. Besonders gut kommt das Angebot bei ‚Millennium-Mamas’ an. Beacon- und Proximity-Technologien in Ladengeschäften haben zu einer Steigerung des Warenkorbwertes um 14 % und eine Zunahme der Geschäftsbesuche um 8 % beigetragen.

Kevin Hunter, Präsident von inMarket, hat den Eindruck, dass die Technologie gerade erst so richtig loslegt. "Was die Beacon-Technologie betrifft, haben wir 2014 und 2015 in verschiedenen Branchen eine Menge dazu gelernt", beschreibt er die Situation. "Jetzt ist zu beobachten, dass die cleversten Händler wirklich von hyperzielgerichteten, kontextbezogenen mobilen Angeboten für Kunden in ihren Ladengeschäften und in deren Nähe profitieren."

Die Produktkategorien mit dem größten Erfolg waren 2015 Delikatessen, freiverkäufliche Arzneimittel, Getränke und Snacks. Beacon-Aktionen, so die Erwartung von inMarket, werden in der lukrativen Weihnachtssaison zusätzliche $ 7,5 Milliarden Ausgaben bei US-Millennials auslösen.

Spätzünder

Obwohl die Wirksamkeit der Beacon-Technologie bereits bekannt war, kam ihr Erfolg nicht so schnell wie anfangs erwartet. Als Apple die neue Technik 2013 vorstellte, machte sich der unabhängige Softwareentwickler Hari Gottipati schnell zu ihrem Befürworter. Aber der Einzelhandel hat etwas länger gebraucht. "Ich besuche viele Einkaufszentren", sagt Gottipati, "aber ich sehe nicht so viele Beacons, wie ich eigentlich erwartet habe. Das ist enttäuschend."

Allerdings haben Startups wie Shopkick, inMarket oder Estimote, die in Erwartung des Erfolgs der Beacon-Technik gegründet wurden, Grund zur Hoffnung: Die Akzeptanz nimmt inzwischen allem Anschein nach zu. So haben auch die Giganten Facebook und Google jeweils vielversprechende Initiativen realisiert, um die breite Einführung zu forcieren: Google hat mit Eddystone eine Open-Source Beacon-Softwareplattform entwickelt, während Facebook in diesem Jahr ausgewählten US-Unternehmen kostenlos markenspezifische Beacon-Sender zur Installation in ihren Ladengeschäfte zur Verfügung gestellt hat.

Breites Nutzungspotenzial

Neben den Werbemöglichkeiten im Einzelhandel bietet die Technologie auch Wege, Kundendaten zu erfassen (was Facebook zu seinem Engagement auf diesem Gebiet animiert hat). Kontact.io, Anbieter von Beacons, hat diesen Aspekt als häufigsten Anwendungsfall ausgemacht. Auch stärker experimentell geprägte Sektoren bergen Potenzial. So hat das Londoner Southbank Centre kürzlich die erste Phase eines geplanten Rollouts von über 100 Beacons eingeläutet. Letztendlich sollen den Besuchern dieses Kunst- und Kulturzentrums maßgeschneiderte und situationsrelevante Inhalte für ihren jeweiligen Aufenthaltsort innerhalb des Veranstaltungszentrums angeboten werden. Als drittbeliebteste Besucherattraktion in Großbritannien könnte die Annahme der Beacon-Technologie im Southbank Centre auch andere Veranstaltungsorte im Land dazu motivieren, nachzuziehen.

"Wir wollen mit dieser Technologie nicht nur grundlegende Informationen weitergeben, sondern begreifen sie auch als erweiterte Möglichkeit, veranstaltungsspezifisch mit den Besuchern zu interagieren", erläuterte Chris Denton, Director Marketing and Communications, Southbank Centre, seine Erwartungen.

Wie auch immer: Die Beacon-Technologie wird ihre Stärken wohl 2016 endlich ausspielen können. Denn sie bietet neue Wege, auf der Grundlage hyperlokalisierter Daten bedarfsorientiert mit Kunden zu interagieren. censhare unterstützt den Schweizer Einzelhändler Migros bei der Steuerung seiner Kundenkommunikation in zehn verschiedenen Regionen des Landes in drei Sprachversionen, so dass ein wirklich lokaler Service angeboten werden kann. Erfahren Sie dazu mehr in unserer Migros Case Study.