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AOL stellt neue video-orientierte Website vor

Die Entwicklung bei AOL hat einen interessanten Verlauf genommen und das neueste Redesign ist das bisher wohl deutlichste Signal dafür, wo der Internet-Gigant aus den USA die Zukunft für Online-Einnahmen sieht.

Nach der Umgestaltung setzt die Website ihren Schwerpunkt jetzt auf Video-Inhalte und maximiert so die Effekte der kürzlich erfolgten Zukäufe von 5min und Adap.tv. Nutzungsverhalten und Nutzerbindung werden durch besser sichtbare Play-Buttons, hilfreiche Zeitstempel und prominente Buttons für soziale Netzwerke gefördert. Um die Effektivität zu steigern, legt AOL nach eigenen Angaben zudem speziellen Wert darauf, wo innerhalb der einzelnen Artikel Videos platziert sind.

Diese Verschiebung hin zum Video unterstreicht AOLs Bemühungen, stets am Puls der Konsumententrends zu bleiben. Als eine der frühen treibenden Kräfte der Internetnutzung durch jedermann war AOL einst ein Dienst für Einwählverbindungen per Modem, die über Disketten/CDs vertrieben wurden.

Diese Disketten, so Jan Brandt, früherer Chief Marketing Officer von AOL, waren damals so verbreitet, dass sie 50 % der weltweit produzierten Disketten ausmachten und zu einem Kundenwachstum beitrugen, das AOLs Marktkapitalisierung von 70 Millionen Dollar bei Börseneinführung auf 150 Milliarden Dollar vor der Fusion mit Time Warner hinauf katapultierte. Und auch nach dem Ende dieses Teilnehmer-Geschäftsmodells blieben die Internetzahlen stabil: Im April 2015 weisen die Zahlen von comScore 31,1 Millionen "unique views" aus.

AOL ist nach wie vor bei älteren Nutzern beliebt (in Großbritannien ist AOL die beliebteste Website bei den über 55-Jährigen). Dennoch bemüht sich das Unternehmen auch stark um den Aufbau von Beziehungen zu jüngeren Nutzern. Maureen Sullivan, President von AOL.com und Lifestyle Brands, gab gegenüber dem TNW an, dass 14 % der Kunden unter 25 Jahre alt sind. Berücksichtigt man allerdings, dass 37,7% der AOL-Views über mobile Geräte erfolgen, erscheint diese Zahl eher konservativ.

Als AOL im letzten Monat von Verizon übernommen wurde, vermutete die New York Times direkt, dass es bei diesem Deal um AOLs mobile Video- und Werbetechnik ging, die – so Kathryn Winsted von der Pace University gegenüber der Zeitung – "entscheidend ist, wenn man die Millennials als Zielgruppe erreichen will".

Eine vom Interactive Advertising Bureau (IAB) in 24 Ländern bei Zuschauern von Mobilvideos durchgeführte Umfrage kam überdies zu dem Schluss, dass die mobile Videonutzung zunimmt. 20% der Befragten streamen beim Fernsehen regelmäßig Videos auf ihrem Smartphone und 36% schauen sich mindestens fünf Minuten pro Tag Medien auf ihrem Mobiltelefon an.

Ein viel interessanteres Ergebnis der Umfrage dürfte für AOL jedoch sein, dass in den meisten Märkten mehr als 80% der Befragten angaben, eine für den Mobilempfang optimierte Werbung zu bevorzugen. Das kann als gutes Omen für die mobile Videowerbetechnik von AOL betrachtet werden und sollte anderen Produzenten mobiler Inhalte zu denken geben.