Cookie-Erklärung

Diese Webseite verwendet Cookies um die technische Funktionalität sicherzustellen, das Benutzererlebnis zu verbessern und uns dabei zu helfen, die Webseite für unser Besucher zu optimieren. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung

globe icon

This website is also available in English.

Select TerritoryDE - Deutsch
Blog

Tuesday 2¢: Wissen Sie, manchmal muss man einfach „nein“ sagen

Tuesday 2¢: Wissen Sie, manchmal muss man einfach „nein“ sagen

Willkommen bei Tuesday 2¢ . Es ist Dienstag - das Wochenende nur noch eine vage Erinnerung - und es ist an der Zeit, in unserem Blog etwas Dampf abzulassen und unsere bescheidene Meinung über ein aktuelles Thema der Branche kundzutun. Diese Woche denkt Ian Truscott darüber nach, wie „nein“ zu sagen die treibende Kraft hinter erfolgreichen Kundenerlebnissen sein könnte.


Heute Morgen hat mir mein Chef einen Link zu einer Werbeaktion einer norwegischen Fluggesellschaft geschickt, mit der er vor Kurzem geflogen ist. Er hat mir den Link nicht geschickt, weil er dachte, es wäre besser für mich, 5 Stunden damit zu verbringen, über Stockholm nach München zu fliegen, damit das Unternehmen so ein paar Euro spart, sondern wegen der Einfachheit der Botschaft und weil er fand, dass das gesamte Kundenerlebnis mit dem Versprechen, das die Marke in ihrer Werbung gibt, im Einklang steht. Er hatte ein einfaches reibungsloses Erlebnis, selbst, wie er es nannte, in Sitz 28B.

Wie machen Unternehmen das?

Wie kann man Dinge vereinfachen?

Warum sind manche Dienstleistungen so einfach zu nutzen? Warum kann man manche Produkte einfacher als andere nutzen? Warum ist die Geschichte, die die eine Marke erzählt hat, so glasklar, dass man sich noch heute, vielleicht sogar noch Jahre, nachdem sie das erste Mal erzählt wurde, daran erinnert?

Sie denken, das Kundenerlebnis, das mein Chef mit der norwegischen Fluggesellschaft erlebt hat, war reibungslos, weil viele Menschen „ja“ gesagt haben, genauso wie es bei der Reinheit der Apple-Geschichte oder des Dollar Shave Club oder bei der nahtlosen Art und Weise, mit der sich benutzerfreundliche Dienste wie Spotify, Dropbox oder Slack in unser Leben geschlichen haben, der Fall ist – aber ich denke, dass jemand in diesen Unternehmen an irgendeinem Punkt nein gesagt hat.

Und umgekehrt denke ich, dass es viele Unternehmen gibt, die den Tag bereuen, an dem sie ja gesagt haben, als irgendein schlaues Kerlchen vorgeschlagen hat, sich von ihrem Kerngeschäft oder der grundlegenden Geschichte wegzubewegen, um einen neuen Markt zu erobern oder ihre Angebote zu diversifizieren. Ein Coors Mountain Spring Water-Moment , als eine weltberühmte Biermarke dachte, sie könnte ihre Marke nutzen, um Tafelwasser zu verkaufen.

Als ich in der Produktentwicklung tätig war, habe ich gelernt, dass nicht nur im Marketingbereich der Kompromiss für „Benutzerfreundlichkeit“ oftmals darin liegt, nein zu einer grenzwertigen Benutzergeschichte, zu ein bisschen Flexibilität bei der Konfiguration, zu einer von wenigen geliebten Eigenschaft oder zu zusätzlichen Auswahlmöglichkeiten für den erfahrenen Nutzer zu sagen. Um eine Sache für die vielen übersichtlich und einfach zu machen, muss man nein zu den wenigen sagen.

Als ich eine Schulung über das Content Marketing hielt, habe ich bei einem Vortrag Charaktere für eine wichtige Marke aus dem Finanzbereich identifiziert. Der beste Ratschlag, den ich ihnen meiner Meinung nach gegeben habe, war nicht, wen sie ins Auge fassen sollten, sondern an wen sie NICHT verkaufen sollten, für wen sie keinen Content mehr erstellen sollten.

Für uns Marketer ist es einfach, weiter im Hamsterrad zu laufen, eifrig ja zu jeder neuen Möglichkeit der Vermarkung zu sagen, eine neue Nische, ein neues Zielsegment, einen neuen Partner, neue Akronyme, mit denen wir uns beweihräuchern können, zu entdecken. Es ist viel schwieriger, nein zu sagen.

Nein zu sagen bedeutet nicht, das dicke Fell und die Persönlichkeit des Grinch zu entwickeln. Nein zu sagen bedeutet, über eine sehr deutliche und vertretbare Geschichte und Strategie zu verfügen und dann den Mut zu haben, an diesen festzuhalten und die Sache durchzuziehen, um das Markenversprechen zu erfüllen.

Denn wissen Sie, manchmal muss man einfach nein sagen.

Ian Truscott Ian Truscott

Ian Truscott hält den unoffiziellen Ehrentitel „Träger des Firmen-Megaphons“ für censhare und bringt als Marketingleiter 20 Jahre an B2B-Software-Erfahrung mit (er muss als Kind damit angefangen haben). Zum Glück für uns im Münchner Büro hat er einen Kessel und Teebeutel gefunden - seht Ihn Euch an, er ist glücklich.

Kommentare